Bor: Miserable Straßenverhältnisse lassen Marktpreise explodieren

8. November 2013, Geschäftsleute und Kunden in der Jonglei-Hauptstadt Bor beschweren sich über massiv gestiegene Preise von Konsumgütern.

„Für einen normalerweise 110 Pound teuren Halbzentner-Sack Zucker muss ich heute mindestens 160 Pound bezahlen“, klagt Ayem Atem, eine junge Frau, die von der „Sudan Tribune“ auf dem Markt von Bor befragt wurde. Eine Flasche Bier, die im Einzelhandel üblicherweise für sechs South Sudanese Pound (SSP) angeboten wird, ist aktuell nicht für unter acht bis zwölf SSP zu bekommen. Wenn überhaupt. Das Warenangebot ist in fast allen Bereichen äußerst knapp.

Grund für die mangelhafte Versorgungssituation und die exorbitanten Preissteigerungen ist der vollkommen unzureichende Zustand der Straßenverbindungen nach Bor. Für die lediglich etwa 200 km lange Strecke von Juba bis Bor brauchen mit Lebensmitteln und anderen Verbrauchsgütern beladene LKW oft mehrere Wochen.

David Okello, ein Ladenbesitzer, der mit einem LKW-Transport aus Juba gekommen ist, erzählt in Bor von seinen Schwierigkeiten: „Ich brauchte einen ganzen Monat für die Strecke zwischen Juba und Bor. Häufig blieb der Wagen im Morast stecken. Der Laster musste dann abgeladen werden, um wieder flott gemacht werden zu können. Beim Ab- und Aufladen hatten wir erheblichen Verlust an Waren. Es war nicht leicht, herzukommen“, erklärte er. „Die Steuern sind hoch und wir hatten hohe Verluste. Faktoren, die sich auf die Preise niederschlagen.“

Die von den häufigen Regengüssen vollkommen aufgeweichten, unbefestigten Straßen sind zurzeit nahezu unbefahrbar. Officer John Angau vom Taxation Checkpoint Pakuau bestätigt, dass nur wenige LKW den beschwerlichen Weg nach Bor wagen: „Im September kam wegen der täglichen heftigen Regenfälle drei Wochen nicht ein einziger LKW aus Juba an. Mit dem Ende der Regenzeit Ende September und dem baldigen Beginn der Trockenzeit steigen die Transportzahlen aber langsam wieder.“