Riek Machar besucht NSF-Vorsitzenden Costello Garang Ring Lual

Riek Machar (links) mit seiner Frau Angelina Teny und C. Garang Ring Lual (rechts) mit dessen Frau Elke (2. v. r.). Mit auf dem Bild sind Ring Luals jüngster Sohn Lual (Mitte) und dessen Freund aus Deutschland, Leon.  

 

24.10.2014 Am 24. Oktober 2014 besuchten fast alle Mitglieder des Führungsrates der SPLM/A-in-Opposition, darunter Oppositionschef Riek Machar und seine Gattin Angelina Teny, Machars Stellvertreter, General Gore, der Vorsitzende des Politischen Komitees Adwok Nyaba, Außensekretär Dhieu Mathok, und der Vorsitzende des Rechtskomitees, Richard Mulla, u. a. den Vorsitzenden der NSF, Costello Garang Ring Lual, in dessen Haus in Nairobi.

Hier in informeller Atmosphäre fand Riek Machar Gelegenheit und Muße, die für Südsudan so dramatischen Ereignisse und Entwicklungen der letzten Monate zu erörtern. Machar informierte den NSF-Chef über den Ausgang der Versöhnungskonferenz im tansanischen Arusha sowie über die darauf in Nairobi folgenden Gespräche mit dem kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta. Auch tauschten sich Riek Machar und C. Garang Ring Lual über die Ergebnisse der sich unmittelbar an die vertraulichen Gespräche mit Kenias Präsidenten anschließenden zweitägigen Klausursitzung der SPLM-IO-Führungsriege in Nairobi aus. Im Mittelpunkt der Tagung hatten die bevorstehende Verhandlungsrunde in Addis Abeba und der angekündigte mögliche Friedensschluss gestanden.

Der Spitzenmann der SPLM-IO unterstrich während des privaten Besuchs bei C. Garang Ring Lual unter anderem, dass in der in- und ausländischen Öffentlichkeit der falsche Eindruck erweckt worden sei, es handele sich bei dem Konflikt zwischen  Regierung und SPLM-I-O um einen Stammeskonflikt zwischen Dinka und Nuer. Richtig sei vielmehr, dass der dem Volk in brutaler Weise die verdienten Früchte des jahrzehntelangen Unabhängigkeitskampfes vorenthaltende Konflikt Ergebnis politischer Fehlentwicklungen sei, die nichts mit ethnischen Unterschieden zu tun haben. Ausdrücklich räumte Machar ein, dass Fehler nicht nur von der Gegenseite gemacht worden sind.

Machar stellte fest, dass es viel mehr Verbindendes als Trennendes zwischen den Brüdervölkern Dinka und Nuer gebe. NSF-Vorsitzender C. Garang Ring Lual, ein Dinka, stimmte dem Nuer Riek Machar von ganzem Herzen zu. Ring Lual betonte, dass der Besuch von Machar in seinem Haus beispielhaft zeige, wie selbstverständlich sehr gute Beziehungen zwischen vielen Führern beider Ethnien seien.

In beiden Konfliktparteien gebe es sowohl Dinka als auch Nuer. Er selbst und Ring Lual, so Machar, fühlten sich in erster Linie dem gesamten südsudanesischen Volk verpflichtet. Und diesem Volk gelte seine gesamte Energie, um den ihn als Mensch und Politiker bedrückenden unseligen Bruderkampf endlich zu beenden und die notwendigen Grundlagen für ein friedliches und blühendes Gemeinwesen zu schaffen.