Chronik der Republik Südsudan

9. -15. Januar 2011 Unabhängigkeitsreferendum

Gemäß den Bestimmungen des 2005 zwischen den Bürgerkriegsparteien SPLM/A und sudanesischer Regierung geschlossenen CPA („Comprehensive Peace Agreement“, auch „Naivishia-Abkommen“ genannt) wird zwischen 9. und 15. Januar 2011 ein Referendum über den staatsrechtlichen Status Südsudans abgehalten. Die Bürger des als „Southern Sudan Autonomous Region“ zum sudanesischen Staatsverband gehörenden Südsudan-Gebiets stimmen über die staatsrechtliche Zukunft ihrer Heimat ab. Die Wähler können sich zwischen Unabhängigkeit und Verbleib bei Sudan entscheiden.

 

7. Februar 2011 Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums: Eindeutige Mehrheit für die Unabhängigkeit

Zwischenergebnisse und vorläufige Endergebnis (30. 1.) werden am 7. Februar durch das amtliche Endergebnis bestätigt. Etwa 3,8 Millionen Stimmberechtigte haben am Referendum teilgenommen. 98,83 % der gültigen Stimmen entfallen auf die Pro-Unabhängigkeits-Option. Die Regierung in Khartum erkennt das Ergebnis an.

 

9. Juli 2011 Unabhängigkeitserklärung

Nach einer dem Unabhängigkeitsreferendum folgenden Übergangsphase wird die Unabhängigkeit in Anwesenheit von Sudans Staatschef Omar al-Bashir und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am 9. Juli in Südsudans Hauptstadt Juba erklärt. Der bisherige Präsident der autonomen Region Südsudan, Salva Kiir Mayardit (SPLM), tritt am selben Tag sein Amt als Präsident des neuen Staates an. Sein Stellvertreter wird Vize-Präsident Riek Machar (SPLM).

 

14. Juli 2011 UNO nimmt Südsudan als 193. Mitgliedsstaat auf

 Nachdem sich bereits am 13. Juli der UN-Sicherheitsrat  dafür ausgesprochen hatte, die Republik Südsudan in den Kreis der Vereinten Nationen aufzunehmen, stimmen am 14. Juli  auch die Delegierten der Vollversammlung einstimmig für die Aufnahme des jüngsten Staates der Welt.

 

27. Juli 2011 Südsudan wird 54. Mitgliedsstaat der AU

Am 27. Juli heißt die Afrikanische Union (AU) Südsudan als ihr 54. Mitglied willkommen. Mit Ausnahme von Marokko gehören alle afrikanischen Staaten zu der 2002 gegründeten supranationalen Union.

 

20. Januar 2012 Südsudan stellt Erdölförderung ein

Etwa 75 % der Erdölfelder auf dem Gebiet des ehemaligen sudanesischen Gesamtstaates gehören zur Republik Südsudan. Der Binnenstaat Südsudan ist allerdings beim Transport des geförderten Öls auf das zum Roten Meer führende sudanesische Pipelinesystem angewiesen. Unter anderem wegen des Vorwurfs, Sudan habe beim Öltransfer unrechtmäßig Erdöl im Wert von über 800 Millionen USD abgeleitet, verschlechtern sich die wegen des Konfikts um das strittige Abyei-Gebiet angespannten Beziehungen zwischen Khartum und Juba weiter. Die sudanesische Regierung rechtfertigt ihre Ölentnahmen als Ausgleich für von der südsudanesischen Seite angeblich nicht geleistete Transitgebühren. Am 20. Januar stellt Südsudan, dessen Staatshaushalt zu über 95 % auf den Einnahmen aus dem Erdölsektor basiert, die Ölförderung ein.

 

4. August 2012  Einigung im südsudanesisch-sudanesischen Öl-Streit über Transitgebühren

Nach durch die AU vermittelten Verhandlungen einigen sich Juba und Khartum über ein Abkommen, das die umstrittenen Transitgebühren regelt. Die Frage der Kosten für die Nutzung sudanesischer Pipelines für südsudanesisches Erdöl hatte im Januar 2012 zur Einstellung der südsudanesischen Ölförderung geführt. Das jetzt ausgehandelte Abkommen soll bis Ende 2015 gelten und setzt die Transitgebühren pro Barrel Öl auf 9,48 US-Dollar fest. Ursprünglich waren von sudanesischer Seite 36 US-Dollar gefordert worden. Juba verpflichtet sich im Gegenzug zu einer Entschädigungszahlung von 3 Mrd. US-Dollar.