Britische Kolonialzeit, 1898 – 1955

1898 wurde der Mahdi-Staat durch britische Truppen vernichtet und für die südsudanesische Region begann  im Rahmen des anglo-ägyptischen Sudan-Kondominiums (ab 1899) eine weitere Phase politisch weitgehend fremdbestimmter Herrschaft, die sich aber immerhin in der Frage der Sklaverei positiv von Turkiya und Mahdiya unterschied. Bis in die 1920er Jahre wurden letzte Widerstände gebrochen. Die Südregion war strikt vom Nordteil des Kondominiums getrennt („Closed Door“-Politik). Arabische Einflüsse wurden weitgehend unterbunden. Die unter der Oberaufsicht weniger britischer Bezirkschefs („Bog Barons“) stehende Verwaltung wurde nach dem „indirect rule“-System mit einem Minimum an Personal-Kosten vor allem durch Heranziehung lokaler Autoritäten aufgebaut. Kern der britischen „Southern Policy“ war die Beibehaltung des Status Quo im Süden. Im Gegensatz zum Norden waren für den Süden fast keine entwicklungspolitische Konzepte oder Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen. Aus Gründen politischer Rücksichtnahme auf die islamische Welt wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Überlegungen, für den Süden und den Norden unterschiedliche Konzepte für die Zeit der Unabhängigkeit umzusetzen, fallengelassen. Southerners wurde in der die Unabhängigkeit Sudans ab 1953 vorbereitenden Phase des „Self Rule“ kaum Einfluss auf die Gestaltung des neuen Staates eingeräumt. Am 1. Januar 1956 wurde die unabhängige Republik Sudan ausgerufen.