Die AIDS-Situation in Südsudan

Die den afrikanischen Kontinent in ganz besonderer Härte heimsuchende Pandemie AIDS stellt für die Zivilgesellschaft der jungen Republik Südsudan eine enorme Herausforderung dar. Wie auch in anderen von AIDS betroffenen Staaten geht es dabei nicht allein um Fragen der sich aktuell als völlig unzureichend darstellenden medizinischen Versorgung der Kranken, sondern auch um Fragen der Prävention, der Aufklärung und des Umgangs der südsudanesischen  Gesellschaft mit den HIV-infizierten Menschen und deren Angehörigen.

Nach UN-Angaben sind, vorsichtig geschätzt, zurzeit 150.000 Südsudanesen, also etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, an AIDS erkrankt. Im Jahr 2013 starben über 12.000 Menschen in Südsudan an der Krankheit. (Zum Vergleich: In Deutschland liegt die AIDS-Quote bei unter 0,1 Prozent). Mehr als 70.000 Erkrankte benötigen dringend  lebensverlängernde Medikamente, aber lediglich zehn Prozent von ihnen haben Zugang zu entsprechender medizinischer Betreuung.  Selbst in den wenigen AIDS-Zentren des Landes, von denen einige zudem als Folge der 2013 ausgebrochenen Bürgerkriegskämpfe geschlossen werden mussten, fehlt es an ausgebildetem Personal, an Medikamenten und Ausstattung. Besonders negativ wirkt sich die Korruption im Land aus: Lediglich ein Bruchteil der im öffentlichen Haushalt  für den Kampf gegen AIDS vorgesehenen Finanzzuweisungen stehen tatsächlich für ihren eigentlichen Zweck zur Verfügung. dDer Großteil der Mittel versickert in dunklen Kanälen.

Die Arbeit der sich bei der AIDS-Bekämpfung engagierenden Ärzte und Helfer wird zudem durch den erschreckend geringen Wissenstands zu AIDS in der Bevölkerung sowie durch die alltägliche Diskriminierung und Stigmatisierung der Kranken in weiten Teilen der südsudanesischen Gesellschaft erschwert.