Analphabetismus-Situation in Südsudan

Eine der ganz großen Herausforderungen, der sich die südsudanesische Bildungspolitik zu stellen hat, ist der geringe Grad der Literalität (Schreib- und Lesekundigkeit) im Lande. Lediglich etwa zwei Fünftel  der südsudanesischen Männer im Alter über 15 Jahren können lesen.

Bei den Südsudanesinnen liegt die Analphabetismus-Quote nach Schätzungen sogar bei über 80 %. Lediglich ein Prozent der Mädchen schloss 2011 die achtjährige Schulausbildung im Primarbereich ab. Mehr als die Hälfte der südsudanesischen Kinder und Jugendlichen hat nach UNICEF-Angaben nie eine Schule besucht.

Gründe für die mangelhafte Alphabetisierung der südsudanesischen Bevölkerung sind vor allem die ständigen kriegerischen Auseindesetzungen, die den Aufbau von Bildungs-Infrastrukturen immer wieder zurückwarfen. Aber auch durch tradtionelle Einstellungen in vielen Stammesgesellschaften bedingte Vorbehalte gegen schulische Ausbildung, insbesondere für Mädchen, haben zur aktuellen Analphabetismus-Situation beigetragen.